Eigentlich bin ich ein recht offener und ehrlicher Mensch und ich lerne sehr gerne neue Leute kennen. Dabei bin ich wohl aber auch doch immer etwas abwartend und gucke mir die Leute genauer an mit denen ich es zu tun habe. Es gibt wohl genug Leute die mir das im ersten Augenblick als Arroganz auslegen. Aber wenn ich nicht will das mir jemand zu Nahe kommt, dann kommt er es auch nicht. Dann lasse ich nicht hinter meine Fassade blicken. Ich bin ein perfekter Schauspieler wenn ich will. Mit Leuten mit denen man sich nicht auch tiefgründig unterhalten kann, kann ich nichts anfangen. Wenn ich Leute nicht mag, dann lasse ich es sie spüren - meist wohl zu deutlich und bereits am Gesichtsausdruck. Es sei denn es geht um etwas wichtiges - da bin ich dann so egoistisch das ich eine meiner Fassaden raushole und nett und freundlich bin, selbst wenn ich das Gegenüber nicht mag. Dann kann ich sogar unglaublich "süß", "bezaubernd" und "charmant" sein - und verstehe meistens hinterher gar nicht das es nicht schon auffällig war wie übertrieben ich so war. Meine Stimmungsschwankungen sind manchmal kaum ertragbar - wobei ich immer wieder zu hören bekomme das sie mich selber meist mehr stören als mein Gegenüber. Früher war es mir ganz und gar nicht egal was andere Leute über mich gedacht haben. Heute macht es mir eigentlich nur noch etwas bei Leuten aus die ich mag. Im letzten Jahr habe ich gelernt das nicht immer nur alles meine Schuld ist und das ich ein Recht habe meine Meinung zu sagen und das ich gar nicht so "verkehrt" bin. Das alles konnte ich vorher gar nicht so wirklich sehen. Ich habe endlich gelernt meine Schwächen und Stärken anzunehmen - wobei ich eigentlich mehr lernen musste überhaupt meine Stärken zu sehen und zu akzeptieren, denn das konnte ich vorher nicht. Eine meiner größten Stärken ist das stark sein an sich. Ich bin ein Mensch der viel aushalten kann und der sich behaupten kann. Ein Mensch der immer wieder aufsteht und der kämpft. Früher habe ich immer nur für andere gekämpft und mich für alle eingesetzt, habe versucht es allen recht zu machen und habe mich dabei total vergessen. Jetzt bin ich dabei zu lernen das ich jetzt einmal dran bin und ich an mich zu denken habe damit ich nicht kaputt gehe. Ich bin sehr emotional - obwohl ich es geschafft habe jahrelang jegliche Art von Gefühlen abzustellen. Ein Selbstschutz. Jetzt kommen alle Gefühle, die ich abgestellt hatte, aus all den Jahren geballt zurück und ich muss erst lernen wieder damit umzugehen, was meistens doch sehr schwierig ist. Vor allem da es meistens keine schönen Gefühle sind. Die letzten Jahre haben mich kaputt gemacht. Angefangen über Depressionen, über Angstzustände bis hin zu einer Magersucht, die ich momentan, vor allem dank meines neuen Freundes bei dem ich das erste mal merke das mich wirklich jemand liebt, aber gut im Griff habe. Ich bin unglaublich sensibel. Vor allem was Stimmungen von anderen Menschen angeht. Ich sauge sie regelrecht auf und nehme mir sie an, wenn ich nicht aufpasse. Manchmal kann ich richtig kindlich sein. Man sollte z.B. nicht mit mir in eine Spielwarenabteilung gehen wenn es einem peinlich ist wenn jemand losquietscht nur weil er gerade ein tolles Spielzeug entdeckt hat und kaum noch die Finger dann davon lassen kann. *g* Ich habe schon so einige Leute deswegen blöd mit dem Kopf schütteln sehen, aber das ist mir egal. Warum soll man nicht auch in einem Alter was nicht mehr zur Kindheit gezählt wird Spaß an solchen Dingen haben ?! Meine Stimmung kann furchtbar tief in die Depression rutschen, aber dafür kann sie auch im Gegenzug richtig großartig sein. Man kann eine Menge mit mir rumalbern. Auch da liebe ich das was manche vielleicht als kindliches Verhalten bezeichnen würden. Ich kann mich z.B. stundenlang mit meinem Freund in der Küche mit irgend welchen Gegenständen "kloppen". Und ich liebe schwarzen Humor. Sarkastisch sein kann ich sowieso selber gut genug. Wenn man nichts mehr zum Lachen hat wird man eben lieber sarkastisch bevor man heult. Und ich hatte in den letzten Jahren wirklich wenig zu Lachen. Ich will mich nicht mehr verstecken. Ich will nicht überall dumme Ausreden finden müssen warum ich irgend etwas nicht schaffe was die meisten anderen Menschen schaffen. Es gibt viele gute Gründe dafür und diese Gründe müssen jetzt erst einmal nach und nach beseitigt werden. Ich stehe zu meinen Narben - manchmal mehr, manchmal weniger. Tagesformabhängig. Aber im Grunde genommen gehören sie zu mir - leider, aber ändern lässt es sich jetzt nicht mehr. Sie sind sichtbare Zeichen für mein Inneres. Zu wem ich auf jeden Fall immer stehe sind meine Freunde. Wenn ich jemanden wirklich zu meinen Freunden zähle, dann können sie sicher sein das ich alles für sie tun würde.